Mein Spanischkurs (9b,c) durfte im März dieses Jahres die wunderschöne Stadt Sevilla im Rahmen des Erasmus+ Programms kennenlernen. Mit uns reisten Frau Benning (unsere Spanischlehrerin) und Herr Jungwirth. Eigentlich sollten wir frühmorgens am 12.03.2026 einen Flug von Stuttgart aus mit Umstieg in Frankfurt nehmen. Jedoch streikte die Fluggesellschaft. Nach einigen Stunden der Unruhe („Wir fliegen über Istanbul!“-„Waaasss?!“) und einigem Hin-und-Her, fiel alle Anspannung von uns ab, denn es gab nun doch eine passende Verbindung für unsere endlich-nicht-mehr-Panik-schiebende Gruppe.
Am darauffolgenden Morgen trafen wir uns also am Stuttgarter Hauptbahnhof – zwei Stunden später als es für den ursprünglichen Flug nötig gewesen wäre. Und trotzdem schliefen die meisten in diesem ICE nach Frankfurt ein.
Das Flugzeug, das uns nicht über das andere Ende der Welt leitete, kam gegen Mittag am Flughafen in Sevilla an, wo wir von den Eltern unserer Austauschpartner*innen begrüßt wurden. Nach dieser Reise ohne Zwischenfälle, doch mit einer frühmorgendlichen Abfahrt, waren wir froh, dass nur ein kurzes Programm in der Schule folgte und wir bald mit unseren Gastfamilien nach Hause fahren und uns erst einmal entspannen konnten. Auch den Abend verbrachten wir als ganze Gruppe eher entspannt im Parque de las Piñas. Soviel zum ersten Tag unseres Aufenthalts.
Diese Woche jedoch weiterhin in chronologischer Reihenfolge zu dokumentieren, wäre ein langwieriger Prozess, dessen Ergebnis vermutlich dem nicht gerecht werden würde, was ich vermitteln möchte. Viel eher lohnt es sich, hervorzuheben, was uns, den Schüler*innen, im Gedächtnis bleibt. Und allein das ist schon eine Menge. Beginnend bei den offenen Menschen und dem Lebensgefühl – ganz grundlegende Aspekte der Welt, in die wir durch die Schüler*innen aus Sevilla entführt wurden. Es sind Dinge, die einem nicht mehr auffallen, sobald man längere Zeit in einem sozialen Umfeld verbringt. Man hat sich gefreut, ein selbst gemachtes Sandwich in der Metro auspacken zu können, von Verkäufer*innen im Laden auf Englisch angesprochen zu werden, die Flamenco-Kleider der Familie anprobieren zu dürfen, oder spontan bei einer Aerobicgruppe im Park mitzutanzen. Wir sind auf Menschen gestoßen, die uns wie selbstverständlich in ihren Alltag eingebunden haben und sich Mühe gegeben haben, den Aufenthalt für uns so angenehm wie möglich zu gestalten. Für unsere Spanischgruppe waren es diese Erfahrungen, die all die schönen Ausflüge und Erkundungen unterlegten, wie mit einer angenehmen Melodie. Diese Grundeinstellung macht einen erheblichen Unterschied, wenn man eine Kultur kennenlernen möchte. Man fühlt sich aufgehoben und gesehen in diesem fremden Umfeld. Mit diesen kulturellen Gegebenheiten ist es jedoch auch in anderer Hinsicht wie in der Musik: Auch kam es zu leichten Dissonanzen und Verständnisproblemen, die aber nicht gegen den positiven Gesamteindruck ankamen, der sich bald bei uns allen gefestigt hatte.
Das Programm war so ausgelegt, dass genug Raum blieb, sich auszutauschen und als Gruppe zusammenzuwachsen. Nichtsdestotrotz konnten wir die Stadt und ihre Geschichte näher kennenlernen. Sevillas Innenstadt ist wunderschön und geprägt von eindrucksvollen Monumenten, großen Parks und starker Historie. Außerdem durften wir die Hafenstadt Cádiz erkunden; einen Tag verbrachten die Familien gemeinsam am Meer, am nächsten Tag sind wir auch mit den Lehrkräften als offizieller Programmpunkt durch die engen Gassen geschlendert.
Auf sprachlicher Ebene konnten wir auch einiges dazulernen. Ob es einzelne Wörter, Redewendungen oder der sevillanische Dialekt ist: Jede*r von uns hat einen neuen Zugang zu dieser eleganten Sprache finden können, Begegnungen und Erinnerungen, die nicht dem, was sich in den Schulalltag integrieren lässt, zu vergleichen sind.
Auch wenn es anfangs für einige schwer war, sich mit den vielen Eindrücken und der anderen Kultur zu arrangieren, blicken wir dankbar auf unsere Zeit in Sevilla zurück. Wir haben gemerkt, dass interkulturelles Verständnis auch beidseitiges Engagement fordert und es sich in jedem Fall lohnt, sich auf eine solche Erfahrung einzulassen. (Josefine Bechstein, 9c)